Folgender Artikel erschien am 14.09.2019 im Regionalmagazin Heilbronn echo24.de:

Text: Daniel Hagmann, echo24.

 

Ein Vergehen ist für Verteidiger Günther Silcher aber so ekelerregend, dass er dafür vor Gericht nie eintreten könnte.

Sie betrügen. Sie rauben. Und sie bringen sogar andere um.  Für Menschen, die – mutmaßlich – schwere Schuld auf sich geladen haben, ergreifen Strafverteidiger wie der Fleiner Günther Silcher vor Gericht Partei.  Kann man überhaupt ruhig schlafen, wenn man sich beispielsweise vor dem Heilbronner Landgericht  für eine möglichst milde Strafe eines jungen Mannes einsetzt, der im Alkoholrausch seine 81-jährige Vermieterin wegen knapp 2.000 Euro umgebracht hat?

“Ich will helfen”, erklärt Silcher, der seit 20 Jahren als Verteidiger arbeitet und in der Kanzlei seines Sohnes in Heilbronn tätig ist, die sich vornehmlich auf Insolvenzrecht spezialisiert hat.

In einen moralischen Zwiespalt gerät der in Heilbronn arbeitende Jurist Silcher dabei allerdings nicht.  “Es geht mir nicht darum, dass ein Mandant zwangsläufig frei kommt. Wichtig ist für mich, dass er ein gerechtes Urteil erhält.”

Heilbronner Verteidiger: Verbrecher sind keine Monster

Für den 87-Jährigen sind die Täter keine Monster. Vielmehr sind die Verbrechen – auch im Raum Heilbronn – ein vorläufiger Punkt in der jeweiligen Biographie, die einer Abwärtsspirale gleicht.  Wichtig sei dann, dass der Mandant sich seine Fehler eingesteht, sein Leben zum Guten hin wenden will – und dafür auch die notwendigen Perspektiven erhält.

Silcher: “Ich halte es für falsch, Menschen vorab zu verurteilen. Wenn ein Mandant etwa ein Drogenproblem und glaubwürdiges Interesse an einer Therapie hat, dann soll er diese auch bekommen.”  Wenn es dann allerdings von Vornherein heißt: “Der wird sowieso rückfällig”, sei das viel zu einfach gedacht.  Günther Silcher: “Man muss es probieren. Manche Leute brauchen eine zweite oder auch mal eine dritte Chance.”

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