Vor zwei Jahren starb ein 35-Jähriger im Freibad Bad Wimpfen, nachdem ihm jemand auf den Kopf gesprungen war. Doch Schuld haben nicht nur Badbetreiber und Schwimmmeister, urteilt jetzt das Oberlandesgericht. Für die Hinterbliebenen hat das wohl auch finanzielle Folgen.

Der  35 Jahre alter Mann kam im Juli 2015 bei einem Unfall im Bad Wimpfener Freibad ums Leben. Seitdem streitet seine Familie vor Gericht um Schadenersatz – es geht um Unterhalt für Frau und Kinder. Jetzt hat das Oberlandesgericht in Stuttgart das erste Urteil des Landgerichts Heilbronn moniert, die Heilbronner Richter hatten die Schuld und damit die Haftung allein bei Badbetreiber und Schwimmmeister gesehen und sie deswegen für alleine haftbar erklärt.

Die Richter des Oberlandesgerichts sehen ein Viertel der Schuld für den Unfall beim Verunglückten selbst, was Folgen für Haftung hat. Die Beteiligten haben dem Vorschlag vorläufig zugestimmt. Bleiben sie dabei, kann sich wiederum das Heilbronner Gericht mit der Frage nach der Höhe der Schadenersatzzahlung beschäftigen.

„Wir sind etwas enttäuscht, aber ich denke, es könnte an dieser Stelle sinnvoll sein, den Vorschlag des Gerichts anzunehmen“, sagt Dr. Erik Silcher von der Kanzlei M\S\L Dr. Silcher in Heilbronn, der Rechtsanwalt der Familie. „Das Oberlandesgericht ist der Meinung, er hätte damals die Gefahr erkennen müssen.“ Unabhängig vom Zivilverfahren beginnt im Oktober ein strafrechtlicher Prozess vor dem Amtsgericht Heilbronn.

Der 35 Jahre alte Mann sprang nach Angaben der Polizei vom Fünf-Meter-Turm – als er wieder auftauchte, sprang ein 28-Jähriger vom darüber liegenden Zehn-Meter-Turm auf den darunter schwimmenden Mann. Der Ältere war sofort bewusstlos, er wurde von Badegästen aus dem Wasser geborgen und vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht. Dort erlag er im Laufe des folgenden Tages seinen schweren Verletzungen.

Quelle: Heilbronner Stimme vom 24./28.07.2017 von Alexander Klug www.stimme.de